Fertigungsablauf

Beim Fertigungsablauf eines Produktes der Firma Rietze Automodelle handelt es sich einen umfangreichen, meist mehrmonatigen Prozeß beginnend vom Entwicklungsstart bis zur Auslieferung des fertigen Modells an den Handel bzw. Kunden.

Mercedes-Benz Sprinter mit RTW-Aufbau im Original

Die Firma Rietze Automodelle fertigt in erster Linie massstabs- und detailgetreue Werbemodelle für die Automobilindustrie oder die Verkehrsbetriebe sowie Grundmodelle für den Fachhandel. Es werden aber auch Sondermodelle, zu denen vor allem Oldtimer und Nutzfahrzeuge für die Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr gehören, hergestellt. Zu Beginn steht erst einmal die Recherche, denn während heutzutage alle gängigen Automodelle bei den Automobilherstellern direkt im Original angeschaut werden können, müssen bei Modellen mit historischen Vorbild neben Büchern, das Internet oder auch Clubs bemüht werden, um entsprechende Fahrzeugbesitzer ausfindig zu machen.

Detailplan: Mercedes-Benz Sprinter mit RTW-Aufbau

Während die heutigen Automobilhersteller die Fahrzeugdaten moderner Fahrzeuge digital oder mittels massstabsgerechter Planzeichnungen zur Verfügung stellen können, müssen bei älteren Fahrzeugen die Daten per Hand erfasst werden. Die Formenbauer der Firma Rietze Automodelle nehmen dabei Kontakt zu den Fahrzeugbesitzern auf und vereinbaren einen Termin, um am originalen Objekt mittels Meßgeräten, Fotografie, Planzeichnungen alle Details genauestens zu dokumentieren und zu vermessen.

Oberflächenmodell: Mercedes-Benz Sprinter mit RTW-Aufbau

Aus den Fahrzeugdaten wird dann ein dreidimensionales Oberflächenmodell aus Kunststoff hergestellt in einem entsprechend großen Maßstab, um alle Details ganz genau ausarbeiten zu können. Bei heutigen modernen Fahrzeugen kontrolliert der Automobilhersteller des Originals alle Details und erteilt seine Freigabe.

Muster-Einzelteile

Anhand des so gefertigten Oberflächenmodells wird dann festgelegt, aus welchen und aus wie vielen Formteilen das künftige maßstabsgerchte und detailgetreue Automodell bestehen muss. Die Formenbauer erstellen aus den einzelnen Teilen Muster, die in der Entwicklungsabteilung und durch den Automobilhersteller des Originals noch einmal ganz genau kontrolliert und freigegeben werden. Und das geht Schritt für Schritt: nachdem der Karosseriekörper fertig ist, werden die weiteren Formen, wie Armaturenbrett, Sitze und Radkappen ausgearbeitet.

Stahlform für Spritzlinge

Mit diesen relativ großen Oberflächenmodell als Basis entsteht dann eine massstabsgerechte Verkleinerung des Originals auf 1:43, 1:87 oder 1:160 für die Kunststoffspritzmaschine. Nach zahlreichen aufwendigen Arbeitsschritten, wie Erodieren, Fräsen, Kopieren, Schleifen und Polieren ist die Stahlform für die Spritzlinge fertig, in die das Kunststoffgranulat mit einem Druck von knapp 1.200 bar hineingepresst wird.

Druckvorlage: Mercedes-Benz Sprinter mit RTW-Aufbau

Parallel der Herstellung der Spritzlinge wird in der Produktion eine Druckvorlage für jedes manchmal aus über 100 Teilen bestehende Automodell erstellt. Hierbei wird festgelegt, in welcher Farbe das entsprechende Teil abgespritzt oder lackiert werden muss. Anschließend kommen die Drucker zum Einsatz: Schriftzüge, Firmenembleme und andere Dekorationen werden im Tampon- und Siebdruckverfahren aufgedruckt. Dabei werden die Farben nacheinander auf den Wagenkörper aufgebracht. Jede Farbe muss an der richtigen Stelle sitzen, ein Namenszug darf auch nicht ansatzweise überdruckt sein.

Die Montage der einzelnen Modelle erfolgt in der Niederlassung Zwickau. Fast alle Teile werden dabei zusammengesteckt und nicht geklebt. Das erfordert viel Geduld und eine sehr ruhige Hand, vor allem beim Einsetzen der Scheinwerfer, Blinker oder Bremslichter.

Mercedes-Benz Sprinter mit RTW-Aufbau als fertiges Modell

Nach erfolgter Endmontage wird die gesamte Auflage an Modellen in die Hauptniederlassung nach Altdorf bei Nürnberg gebracht, um dort verpackt und an die jeweiligen Händler oder Kunden versendet zu werden.